Bereits am 16. April 2026 verstarb der ehemalige Spitzenspieler des Deutschen Fernschachbundes Joachim Neumann im Alter von 82 Jahren. Joachim Neumann war im Nahschach Mitglied der Kieler Schachgesellschaft von 1884 und war 1979 und 1981 Landesmeister von Schleswig-Holstein. Bis zu seiner Pensionierung war er Oberstufenleiter eines Gymnasiums.
Seine internationale Fernschachlaufbahn begann er 1990 mit dem Turnier Abonyi section 10 und einem provisorischen Rating von 2200. Er gewann das Turnier mit 7,5 Punkten aus 9 Partien und erreichte dadurch seine erste IM-Norm. Mit einem ICCF-Rating von 2756 startete er 1992 ins ¾-Finale der 16. Fernschachweltmeisterschaft. Er gewann das Turnier mit 12 Punkten aus 16 Partien vor dem punktgleichen Amerikaner Richard Anthony Cayford. Dieses Ergebnis brachte ihm die zweite IM-Norm und 1992 den IM-Titel. Beide Turniere wurden per Post gespielt. Joachim Neumann führte die Weltrangliste im Fernschach etliche Jahre lang an.
Joachim Neumann spielte ab 1998 am 1. Brett der deutschen Olympiamannschaft, die in der Besetzung J. Neumann, M. Nimtz, V.-M. Anton, M. Kreutzer, St. Busemann und K.-H. Maeder die 12. Fernschach-Olympiade gewann. Joachim Neumann verlor gegen FIDE-GM Ulf Andersen und GM Tunc Hamarat und erzielte 6 Punkte und den 6. Platz am 1. Brett.
Sein viertes Turnier war das „30 Years A.P.A. Magazine Tournament A, dass 2001 begann und per E-Mail gespielt wurde. Joachim Neumann verlor einzig gegen den Sieger IM Carel-Peter Th. Gouw (10 Punkte), erspielte 9,5 Punkte, wurde dadurch Zweiter und erzielte die erste SIM- und GM-Norm. 2001 wurde ihm daraufhin der SIM- und der GM-Titel verliehen.
2002 begann das Finale der 17. Fernschach-Weltmeisterschaft als postalisches Turnier. Joachim Neumann hatte mit 2685 das höchste Wertungszahl. Das Turnier dauerte 5½ Jahre. GM Joachim Neumann gewann die Bronzemedaille hinter GM Ivar Bern (NOR) und IM Wolfgang Rohde (GER) ; alle mit 10,5 Punkten aus 16 Partien. Joachim Neumann gelang seine zweite GM-Norm.
Ab Oktober 2003 spielte Joachim Neumann parallel zur Fernschach-Weltmeisterschaft das Einladungsturnier Frantisek Batik Memorial mit, das er mit 11,5 Punkten aus 14 Partien gewann. Zusätzlich gelang ihm seine dritte GM-Norm.
Im März 2006 wurde das Finale der 15. Fernschach-Olympiade gestartet. Die deutsche Mannschaft spielte in der Besetzung H.-M. Elwert, J. Neumann, M. Voss, P. Hertel, W. Rohde und H.-J. Hofstetter und gewann diesmal die Silbermedaille hinter Norwegen. Joachim Neumann erreichte am 2. Brett 7,5 Punkte, den vierten Platz und die vierte GM-Norm.
Sein letztes internationales Turnier war das Hermann-Heemsoth-Memorial, das von Fritz Baumbach organisiert wurde, fünf Weltmeister an den Start brachte und mit Kategorie 16 zum stärksten Einladungsturnier jener Zeit wurde. Am 21.01.2008, zwei Jahre nach Hermann Heemsoths Tod, ging es los, und der letzte Zug erfolgte am 13.10.2010. Mit 9 Punkten aus 16 Partien, dem 9. Platz und seiner fünften GM-Norm beendete Joachim Neumann seine internationale Fernschach-Karriere. Sie dauerte 21 Jahre. Er spielte nur 8 Turniere auf höchstem Niveau, von denen er drei gewann.
Der Deutsche Fernschachbund e.V. verliert mit Joachim Neumann einen ehemaligen Spitzenspieler, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden.