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FAQ - häufig gestellte Fragen

Diese Seite enthält eine Zusammenstellung von Fragen, die häufig zum Fernschach gestellt werden, und die darauf zu gebenden Antworten.

Was ist Fernschach? Fernschach ist eine Variante des Schachspiels, bei der sich die Partner nicht am Brett gegenüber sitzen, sondern sich an unterschiedlichen Orten befinden und die Züge mittels eines Mediums austauschen. Dabei können die unterschiedlichsten Übermittlungsarten zum Einsatz kommen, von Postkarte bis SMS. Offizielle Turniere werden allerdings heutzutage nur auf einem Fernschachserver, selten noch per E-Mail und manchmal per Postkarte ausgetragen. Hierbei kann jeder die Austauschform für sich wählen, die er mag.

Das Fernschachspiel wird nach den üblichen Schachregeln ausgetragen. Wenige Besonderheiten werden über spezifische Fernschachregeln aufgefangen. So etwa wird die Bedenkzeit in Tagen bemessen. In offiziellen Turnieren hat jeder Spieler - je nach Turnier - 2 bis 6 Tage Bedenkzeit je Zug zur Verfügung, wobei die Übermittlungszeiten in Postturnieren nicht mitgerechnet werden. Zeitkontrollen erfolgen regelmäßig nach jeweils 10 Zügen.
Viele Spieler stellen fest, dass ihre Fernschachpartien ein größeres Niveau haben als ihre normalen Partien beim Präsenzschach. Dies ist u.a. darauf zurückzuführen, dass die Züge in Ruhe zu Hause analysiert werden können und leichtfertige Fehler seltener auftreten.
Wo kann man Fernschach spielen? Ein umfassendes Angebot von Spielmöglichkeiten und Turnieren für die Zugaustauschformen Post und auf dem Fernschachserver bieten nur die offiziellen nationalen und internationalen Fernschachorganisationen an.

Daneben gibt es eine Reihe von kommerziellen und nichtkommerziellen Anbietern für das Fernschachspiel per E-Mail oder auf Servern. Die mit Abstand größten und bedeutendsten Fernschachorganisationen sind der Deutsche Fernschachbund e.V. (BdF) für Turniere innerhalb Deutschlands und die International Correspondence Chess Federation (ICCF) für weltweite Turniere. Der "BdF" ist Mitglied der ICCF und damit die einzige offiziell anerkannte Vertretung der deutschen Fernschachspielerinnen und Fernschachspieler gegenüber dem offiziellen internationalen Fernschach.
Für die Teilnahme am offiziellen Fernschach ist in der Regel die Mitgliedschaft im BdF erforderlich. Diese kostet 20 Euro pro Jahr, wird aber für bestimmte Personengruppen reduziert.
Einige Spiel- und Turnierangebote stehen auch Nichtmitgliedern offen bzw. richten sich sogar ausdrücklich an Fernschachneulinge, damit diese das Fernschachspiel kennen lernen und prüfen können, ob es ihnen gefällt, bevor sie sich zu einer Mitgliedschaft entschließen.

Auch für die Teilnahme an ICCF-Turnieren ist in der Regel die BdF-Mitgliedschaft erforderlich (es gibt also keine separate Mitgliedschaft in der ICCF und es fallen somit auch keine zusätzlichen Mitgliedsbeiträge an). Als Ausnahme steht das "Direct Entry" Programm (siehe ICCF-Webseite) bereit.

Turniermeldungen für nationale und internationale Turniere können auf einfachem Weg über die Webseite des BdF abgegeben werden.
Welche Vorteile bieten die offiziellen Anbieter? Private Anbieter von Serverfernschach ermöglichen das Fernschachspiel, das teilweise kostengünstiger als jenes im Deutschen Fernschachbund e.V. (BdF) ist. Teilweise wird ein (geringer) Jahresbeitrag verlangt, der zu unbegrenzten Turniermeldungen berechtigt. Solche auf den ersten Blick positive Unterschiede zu den offiziellen Anbietern steht jedoch der gravierende Nachteil gegenüber, dass dieses Angebot von einigen Nutzern zum Nachteil anderer ausgenutzt wird. Sie geben Partien ohne schachliche Rechtfertigung auf, z.B. weil sie aufgrund von Niederlagen in anderen Partien des Turniers keine Gewinnchance im Turnier mehr sehen, oder treten stillschweigend (ohne jede Nachricht an die Partner) zurück, ziehen also einfach nicht mehr. Dieses Verhalten hat schon so manchem Fernschachfreund das Spiel bei nichtoffiziellen Anbietern verdorben bzw. sogar ganz dem Fernschach den Rücken kehren lassen.
Die unsportlich handelnden Nutzer melden sich einfach neu an ("es kostet ja nichts"), teilweise unter einem anderen / falschen Namen. Die offiziellen Fernschachvertretungen wie der Deutsche Fernschachbund e.V. (BdF) haben nur sehr selten mit derartigen Missbräuchen zu tun. Wenn doch einmal ein Spieler ein ähnliches unsportliches Verhalten zeigt, wird dieses nach einem festen Sanktionssystem geahndet, bis hin zum völligen Ausschluss des Spielers.
Ein Neuanmelden unter falschem Namen ist aufgrund spezifischer Vorkehrungen fast vollständig ausgeschlossen.

Ein weiterer besonderer Vorteil der offiziellen Anbieter ist das geschaffene Regelsystem, das beim Deutschen Fernschachbund e.V. (BdF) über Jahrzehnte gewachsen und vervollkommnet worden ist (Spielordnung, Turnierordnung). Dieses wird von geschulten Turnierleitern in der Praxis umgesetzt.
Für die wenigen Streitfälle in Turnierrechtsfragen gibt es feste Entscheidungsinstanzen.

Angeboten wird auch das jährlich stattfindende Fernschachtreffen, bei dem sich die Fernschachspielerinnen und -spieler - auch mit Angehörigen - treffen und gemeinsame Aktivitäten ausüben.
Welche Turnierformen gibt es? Bei "BdF" und "ICCF" gibt es ein weit differenziertes Angebot von Turnierformen, wobei zwischen Einzelturnieren und Mannschaftsturnieren zu unterscheiden ist.
Bei den Einzelturnieren sind zunächst die in verschiedenen Spielklassen ausgetragenen Aufstiegsturniere zu nennen. Im System der Aufstiegsturniere steigt normalerweise der Gewinner eines Turniers (oder ein nach Punkten qualifizierter Spieler) in die nächsthöhere Klasse auf, während ein Spieler mit einem Erfolg unterhalb einer bestimmten Punktzahl oder als Gruppenletzter in die nächstniedrigere Klasse absteigt.
Es gibt die Offene Klasse (in der Regel die Klasse für alle Einsteiger), die Hauptturnierklasse und die Meisterklasse.
Aus der Meisterklasse kann man zwar absteigen, jedoch nicht weiter aufsteigen. In diesen aber kann man eine Berechtigung zum Start in den Finalrunden zur Deutschen, Welt- oder Europameisterschaft erringen.

Ausgetragen werden die Partien wahlweise (je nach eigener Meldung) auf dem Fernschachserver oder per Post, selten noch per E-Mail. Heute wird mit Abstand am häufigsten auf dem Fernschachserver gespielt.
In der Regel spielt man in einem Turnier 6 bis 14 Partien parallel.

Neben den Aufstiegsturnieren gibt es die Einzelspielerliga, die ebenfalls in Klassen gespielt wird, jedoch nicht mit der Deutschen Fernschachmeisterschaft verbunden ist. Darüber hinaus gibt es dieses Angebot nur national. Die Besonderheit der Einzelspielerliga besteht darin, dass die hier gespielten Partien ganz ohne den Einsatz von Computerengines geführt werden müssen.

Pokalturniere zeichnen sich dadurch aus, dass schon in der Vorrunde jeder - vom Anfänger bis zum Großmeister - teilnehmen kann.
Besondere Pokalturniere gibt es zudem für das Spielen unter Engineverbot.

Beliebt sind auch die Thematurniere, in denen mit einer bestimmten Zugvorgabe gespielt wird. Diese Turniere eignen sich besonders zum Austesten spezieller Eröffnungsvarianten.

Zudem erfreut sich das Spiel in drei BdF-Pyramiden (gespielt auf dem Server, eine davon in Chess960, per E-Mail: Fernschachpost-Pyramide) großer Beliebtheit.

Besondere Meisterschaften werden für die Jugend, Junioren, Frauen und Senioren angeboten.

Bei den Mannschaftsturnieren sind beim "BdF" insbesondere die Fernschachbundesliga bzw. die Bundesklassen anzuführen, in denen Mannschaften an 4 Brettern gegeneinander antreten und um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft wetteifern.

Für Fernschachinteressierte, die noch keine BdF-Mitgliedschaft eingehen möchten, das Fernschachspiel vielmehr vorher ausprobieren möchten, bietet der "BdF" vor allem so genannte Schnupperturniere an.

Weiterhin führt der "BdF" Länderkämpfe gegen andere Föderationen durch. Allen Mitgliedern steht eine Teilnahme offen.

Neben Turnieren im klassischen Schach gibt es auch solche in Chess960.

Auf internationaler Ebene sind die Fernschach-Olympiaden die hochrangigsten Mannschaftsturniere. Die ICCF-Champions League ist eine Mannschaftsmeisterschaft auf internationaler Ebene.
Welche Titel gibt es? Gibt es auch ein Ratingsystem? Während der internationale Fernschachverband ICCF die Titel

Correspondence Chess Expert (CCE)
Correspondence Chess Master (CCM)
International Master (IM),
Senior International Master (SIM) und
Grand Master (GM)

für Spitzenerfolge in den Weltturnieren vergibt, hat der Deutsche Fernschachbund e.V. (BdF) drei verschiedene Titelverleihungen vorgesehen:
Nationaler Fernschachmeister (Gold),
Nationaler Fernschachmeister (Silber),
Nationaler Fernschachmeister (Bronze).

Ebenso wie im Nahschach gibt es eine internationale Ratingliste basierend auf dem mathematischen System von Arpad Elo und auch eine nationale Liste mit den so genannten Fernschachwertungszahlen (FWZ), deren Ermittlung sich an der DWZ-Berechnung des Deutschen Schachbundes orientiert.
Die Wertungszahlen können den Webseiten der Verbände entnommen werden.
Wie lange dauert ein Fernschachturnier? Die Dauer von Fernschachturnieren ist in besonderem Maße von der gewählten Art der Zugübermittlung abhängig, aber auch vom individuellen Verhalten der Spieler. Per Post ausgetragene Turniere dauern verständlicherweise länger als Turniere auf einem Fernschachserver.
Serverturniere sind nicht selten nach wenigen Monaten beendet, Postturniere können sich bis zum Ende der letzten Partie auch schon mal über mehrere Jahre erstrecken.
Wenn Spieler die maximal mögliche Bedenkzeit (in internationalen Turnieren bis hin zu 6 Tagen) voll ausnutzen, ergibt sich für eine 30-zügige Partie schon rechnerisch eine Laufzeit von rund einem Jahr. In aller Regel aber wird deutlich schneller gespielt.
Welche Hilfsmittel dürfen beim Fernschach benutzt werden? Es dürfen alle Hilfsmittel eingesetzt werden, angefangen bei Büchern, fortgesetzt über Schachdatenbanken, selbst Computerschachprogramme dürfen eingesetzt werden. Natürlich hat auch der eine oder andere Vereinskamerad beim Spielabend des örtlichen Schachvereins den einen oder anderen guten Tipp.
Beim Fernschach stand und steht der wissenschaftliche Aspekt der "Suche nach der schachlichen Wahrheit" noch weit mehr im Vordergrund als im Nahschach. Deshalb waren der Einsatz jeglicher Hilfsmittel und die Beteiligung von anderen Spielern stets erlaubt (hinsichtlich der Computerprogramme kontrovers diskutiert; diese waren zunächst nicht zugelassen). Die Möglichkeit, aufgrund der großzügigen Bedenkzeit und der erlaubten Nutzung beliebiger verfügbarer Ressourcen leichte Fehler zu vermeiden und hoch qualifizierte Partien zu spielen, macht einen besonderen Reiz des Fernschachspiels aus.

Es gibt auch Turniere, in denen der Einsatz von Computerengines verboten ist. Auf der BdF-Homepage findet man diese Spiel- und Turnierangebote unter dem Stichwort "enginefrei" in den Turnierübersichten.

Der Computereinsatz beim Fernschach sollte allgemein so verstanden werden, dass er den Spieler bei dessen eigenen Analysen hilfreich durch Zugvorschläge oder Nachprüfung unterstützt, aber keinesfalls anstelle des Spielers die Partie spielt. In dem Augenblick nämlich, wo ein Fernschachspieler zum Handlanger seines Computers wird und der Zug nicht mehr Produkt seiner geistigen Schöpfung ist, wird das Fernschachspiel für ihn zu Farce. Schon bald wird dann ein solcher Schachfreund sich nicht mehr über den Sieg seines Computers freuen können; vielmehr wird er sich über die sinnlosen Porto- oder Onlinekosten und die Zeitverschwendung mehr und mehr ärgern und den Computer beiseite stellen.
Ist eine besondere Form der Zugnotation vorgeschrieben? Diese Frage ist nur noch für Turniere von Bedeutung, die nicht auf dem Fernschachserver ausgetragen werden.
Im nationalen Bereich ist im offiziellen Fernschach jede Notation für die Zugübermittlung zulässig, die eindeutig ist. Üblich ist die alphanumerische oder algebraische Notation - auch PGN genannt - (zum Beispiel 1. e2-e4 c7-c5 2.Sg1-f3 d7-d6 usw.). Ebenso kann die reine internationale Zahlennotation Verwendung finden (im obigen Beispiel 1. 5254 3735 2. 7163 4746 usw.), die nur international vorgeschrieben ist.
Bei der internationalen (nummerischen) Zahlennotation wird der Zug durch eine vierstellige Zahl dargestellt, bei der die linken beiden Ziffern das Feld bezeichnen, von dem aus eine Figur zieht, und die beiden anderen Stellen das Feld, auf welches sie zieht. Dabei wird nicht angegeben, um welche Figur es sich handelt. Die nachfolgende Darstellung gibt die zu verwendenden Feldbezeichnungen wieder.

Beispiel:
1. 5254 5755 -> entspricht 1. e2-e4 e7-e5
2. 7163 2836 -> entspricht 2. Sg1-f3 Sb8-c6
3. 6125 1716 -> entspricht 3. Lf1-b5 a7-a6
4. 2514 7866 -> entspricht 4. Lb5-a4 Sg8-f6
5. 5171 6654 -> entspricht 5. O - O Sf6xe4 usw.
Kurze Rochade Weiß = 5171, kurze Rochade Schwarz = 5878, lange Rochade Weiß = 5131, lange Rochade Schwarz = 5838. Sonstige Zugergänzungen wie "schlägt" oder "Schach" entfallen. Bei Figurumwandlungen wird an den Zug eine 5. Zahl für die Figur, in die der Bauer umgewandelt wird, angefügt mit folgender Bedeutung:
1=Dame, 2=Turm 3= Läufer 4=Springer, zum Beispiel 43. 77782 (43. Zug von Weiß: Bauer von g7 zieht nach g8 und wandelt sich in einen Turm).
Was sind eigentlich Fernschachalben? Die sogenannten Fernschachalben sind ein durchaus gut geeignetes Hilfsmittel, um vor allem die per Post gespielten Fernschachpartien zu verwalten, wenn man hierfür nicht einen Computer einsetzen möchte. Sie werden im Handel zumeist als Steckalben für 10, 12 oder auch mehr Partien angeboten, bei denen die aktuellen Partiestellungen jeder Partie mittels Figuren-Plättchen gesteckt werden können. So erspart man sich das immer erneute Nachziehen der gesamten Partie und hat stets die letzte Stellung parat.