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Seminar im Oktober 2016 - ein Service des Leistungsreferenten ICCF-GM Matjaz Pirs

Die Informationen auf dieser Seite entstammen einem Seminar, das im Oktober 2016 in Rotenburg (Wümme) durchgeführt wurde. Eine Zusammenfassung dieses Seminars kann über den unten einkopierten Link "Seminar Dropbox" frei heruntergeladen werden.

 

Engine-Einstellungen

Ein Fernschachspieler darf sich nicht auf nur eine Engine verlassen und diese bevorzugen. Es gibt entscheidende Unterschiede zwischen den Engines. Diese liegen darin, wie die Grundparameter programmiert sind.
Es gibt Engines, die extrem schnell in die Tiefe rechnen, dabei aber mögliche gute Zugkandidaten abschneiden, nur weil sie nach der ersten Beurteilung nicht so stark aussehen. Der zweite Nachteil der meisten Engines liegt darin, dass sie keine menschlichen Denkfähigkeiten als Parameter einprogrammiert bekommen haben. Bei den meisten Engines gibt es eine Möglichkeit, den Contempt-Wert (Agressivität des "Denkens") zu verändern. Dieser beeinflusst die Suche nach agressiveren Fortsetzungen, während die positionellen Möglichkeiten dann eher vernachlässigt werden.

Erst bei Komodo 10.1 ist es möglich, ein paar "menschliche" Eigenschaften zu verändern und zu beeinflussen.

Komodo-Parameter:
1. Königssicherheit
2. Auswahl
3. Verringern von Material
4. Dynamik
5. Contempt.

Wegen der Möglichkeit, Veränderungen hinsichtlich der oben genannten "menschlichen" Faktoren vorzunehmen, ist Komodo 10.1 die aktuell geignetste Engine.

Zusätzlich sollte ein Fernschachspieler
- Brainfisch,
- Crochess,
- Stockfish und
- Mate Finder nutzen.
Jede dieser Engines ist in der Variantenberechnung schneller als Komodo. Jede Engine ist nur für bestimmte Stellungen zu gebrauchen.

Ein weiterer wichtiger Faktor spricht für die Nutzung von Komodo 10.1 und Brainfish. Beide haben die Möglichkeit, polyglott Book zu benutzen, welches nach eigenen Wünschen erstellt werden kann, und damit die Engine zu beeinflussen, in welchem Eröffnungsrepertoir sie intensiver arbeiten sollte.


Datenbanken

Ein Problem für eine/n Schachspieler(in) besteht immer darin, welche Partiendatenbank er für seine Informationsgewinnung auswählen soll, um seine richtigen Entscheidungen zu treffen. Auf dem Markt ist ChessBase führend. Leider sind die vielen bei ChessBase erhältlichen Datenbanken vornehmlich am Nahschachspieler orientiert. Zudem spielt auch die kommerzielle Ausrichtung eine Rolle.
Es gibt auch mehrere andere Schachschulen und natürlich Schachbücher, die ebenfalls viele Informationen liefern. Die Frage aber ist, welche richtig sind.

Ein großes Hilfsmittel ist auch die Fernschach-CD von Herbert Bellmann, die aber auch schwache Partien beinhaltet. Auch diese sind allerdings hilfreich, um neue Ideen zu finden.

Nach meiner 15jährigen Erfahrung als Schachtrainer in Deutschland und 7 Jahren Erfahrung im internationalen Fernschach bin ich zu folgender Erkenntnis gekommen:

  1. Man muss aus allen Quellen systematisch das Beste herausnehmen und den kommerziellen Teil davon trennen, der nur dazu dient, die Informationen zu verkaufen.
  2. Man darf sich nicht nur auf eine Quelle konzentrieren, sondern auf Minimum 5, denn nur dann erhält man über eine bestimmte Stellung die komplette Information.
  3. Der wichtigste Teil für die Auswahl von Eröffnungen sind die gespielten Fernschachpartien, weil sie in den letzten 10 Jahren mit guten Engines überprüft wurden. Die Fehlerquote ist niedrig.
Die Teilnehmer(innen) der Schachschule Pirs und die Kunden, die Datenbanken-Abos bestellen, arbeiten mit folgenden Dateien:
  1. Big Fernschach-Base: Fernschach-Partien von allen Servern auf der Welt, die mit Minimum von 30 Tagen für 10 Züge gespielt wurden. Diese Datei eignet sich für das Suchen von möglichen Eröffnungsideen, die vielleicht nur in der Originalpartie schlecht gespielt wurden und nicht zum Erfolg geführt haben.
  2. Big A-B-C-D-E Base: eine Sammlung von Nahschachpartien, die auch zum Suchen von Ideen in Eröffnungen genutzt werden kann.
  3. Big ICCF-Partien: eine Sammlung von beim ICCF gespielten Partien; sie dient auch dem Suchen von Ideen in Eröffnungen.
  4. Base nur "ICCF 2300+ 2005-2016": dient zur ersten groben Auswertung, welche Eröffnungen spielbar sind im Fernschach.
  5. Base nur "ICCF 2300+ 2010-2016": zeigt schon konkrete statistische Werte, welche Eröffnungen wir spielen sollten und welche wir besser meiden.
  6. Base nur "ICCF 2450+ 2010 -2016": dies ist für mich der Maßstab dessen, was spielbar ist und was nicht.
  7. Referenz Schachschule Pirs: Welt-Eröffnungstheorie aus oben genannten Quellen. Mit dieser Datei statte ich eine Fernschachpartie aus, sodass ich mögliche neue Ideen und neue Wege finde.
  8. Jeder muss seine eigene Datenbank mit eigenen ausgewählten Eröffnungen erstellen, damit ein leichterer Zugriff auf die gesuchte Theorie besteht.

Download des Seminars über Dropbox

Seminar Dropbox