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Rezensionen (Einstellungsjahr 2010)
   
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The English Opening, Volume One
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The Rules of Winning Chess
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Genius in the Background
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The Ruy Lopez Revisited
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Königswege im Schach
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Schachkalender 2010
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the classical King´s Indian uncovered

 

The English Opening, Volume One

The English Opening, Volume One

Mihail Marin
The English Opening, Volume One
477 Seiten, kartoniert
ISBN: 978-1-906552-04-6
24,99 Euro.




The English Opening, Volume One
"The English Opening, Volume One" von GM Mihail Marin möchte dem Weißspieler für die Zugfolge 1.c4 e5 ein Repertoire verschaffen, das ein Leben lang genutzt werden kann. Diesen ehrgeizigen Anspruch verfolgt der Autor auch, indem er dem Leser rät, sich dem Buch von vorn an zu widmen. Damit möchte er erreichen, dass seine Erläuterungen der strategischen Ideen beim Leser ankommen, die er in Eingangskapiteln ausführt und in der Folge voraussetzt. Der Leser muss schon einen beträchtlichen Ehrgeiz mitbringen, damit er dem Anliegen des Autors folgt.
Der Fernschachspieler ist eher weniger auf das Befolgen dieses Ratschlags angewiesen. Er kann in Ruhe und mit zeitlicher Muße "seine" Eröffnung anvisieren und bei Bedarf auch ein wenig zurückblättern, um den strategischen Unterbau immer noch rechtzeitig kennen zu lernen. "Learning by Doing" ist die Devise des Fernschachspielers.

"The English Opening, Volume One" ist eine ausgezeichnete Grundlage, um im Fernschach 1.c4 zu spielen, soweit der Gegner mit 1…e5 antwortet. So bleibt der ausstehende zweite Band abzuwarten, bis das gesamte Spektrum der gegnerischen Antwortzüge abgedeckt sein wird.
33 Kapitel enthalten das umfassende und sehr gut aufbereitete Material. Ob zentral weiter vorn vorab oder speziell zu Beginn eines Kapitels - Marin gibt sich große Mühe, dem Leser das Verstehen der Varianten zu erleichtern statt diese schlicht ins Gedächtnis einzupauken. Dies erreicht er durch ausreichend ausführliche und verständliche Darstellungen dessen, was als Idee hinter dem behandelten Abspiel steht. Diese bemerkenswerte Qualität der Verständlichkeit bewahrt sich das Werk auch bei der detaillierten Betrachtung der einzelnen Varianten. Der Autor spart nicht mit Anmerkungen und Analysen, bisweilen sogar zu beinahe jedem einzelnen Zug. Einige Neuerungen sind als solche gekennzeichnet, nicht alle sind schon praktisch getestet.

Die Bibliografie enthält die wichtigsten Quellen, was sowohl die Bücher und Periodika als auch die elektronischen Medien betrifft. Im Druckwerk sind aktuelle wie auch ältere Basiswerke vertreten.

Ein sehr ausführliches Variantenverzeichnis hilft beim unmittelbaren Navigieren zu bestimmten Zugfolgen, was für ein Buch dieser Stärke und Qualität allerdings auch als verpflichtend anzusehen ist. Die Qualität dieses Service weiß besonders der Fernschachspieler zu schätzen, der in der laufenden Partie auch schon mal wie auf einer Klavierklaviatur hin und her spielt.

Der Autor Mihail Marin stammt aus Rumänien. In meiner Datenbank sind 61 Partien zu finden, in denen er als Weißspieler 1.c4 e5 auf dem Brett hatte. Hiervor hat er 26 Partien gewonnen, 31 Mal remisierte er und nur 4 Mal musste er dem Gegner zum Erfolg gratulieren. Diese Quote bestätigt ihn als echten Kenner der Materie.

"The English Opening, Volume One" ist eine klare Kaufempfehlung.


Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von der Firma Schach E. Niggemann (www.schachversand.de) zur Verfügung gestellt.
(Uwe Bekemann)


 

The Rules of Winning Chess

The Rules of Winning Chess

Nigel Davies
The Rules of Winning Chess
190 Seiten, kartoniert
ISBN: 978-1-85744-596-1
18,95 Euro.




The Rules of Winning Chess
Der Titel "The Rules of Winning Chess" eines neuen Werkes von GM Nigel Davies, erschienen bei Everyman Chess, ist vielversprechend. Ein Blick in den Rückentext stärkt die Erwartung, dass bisher gut gehütete Geheimnisse, die den Weg zum Erfolg im Schach sichern, nun endlich gelüftet werden. Dort heißt es nämlich, dass die wahren Könner im Schach die Regeln zum Erfolg kennen, was für andere eben nicht gelten soll. Und diese "leicht zu erlernenden Regeln" sind der Gegenstand dieses Buches.

Um dies früh vorwegzuschicken: The Rules of Winning Chess ist weder ein neuer Schlüssel zum Hort der Schachgeheimnisse noch ein Lehrbuch im engeren Sinn. In meinen Augen ist das Werk nicht mehr und nicht weniger ein klassischer Merkzettel, der durch eine besondere Ausführlichkeit qualifiziert wird, für die praktische Partie im Fernschach bisweilen als "Checkliste" geeignet. Dies steht nicht im Widerspruch zur weiteren Verwendung des Buches für das heimische Schachtraining. Seine Struktur, die Portionierung des Materials laden gerade zu dieser Form der Nutzung ein. Nur wirklich erlernen kann man die behandelten "Regeln zum erfolgreichen Schach" allein auf der Basis dieses Buches nicht. Ein Leser mit einem solchen Anspruch dürfte enttäuscht werden.

Zur Struktur: Den Leser erwarten fünf Kapitel, die folgende Überschriften tragen: Der Spieler, Vorbereitung, Die Eröffnung, Das Mittelspiel, Das Endspiel. In diesen finden sich dann Regeln wie

  • Trainier mit tödlicher Seriosität
  • Übe dich in Geduld
  • Schlaf gut
  • Nimm ein Frühstück zu dir
  • Versuch ein spielbares Mittelspiel zu erreichen
  • Treib die Entwicklung in offenen Stellungen schnell voran
  • Vebessere die Stellung deiner am schlechtesten stehenden Figur
  • Greif den schwächsten Punkt an
  • Türme gehören auf die 7. Reihe
  • Zwei Schwächen sind besser als eine.

Die vorstehenden Beispiele stammen paarweise aus den zuvor genannten Kapiteln. Man sieht, dass die Ratschläge teilweise sehr allgemeiner Natur sind und die Lebensführung des Spielers betreffen, teilweise aber auch unmittelbar der Schachtheorie entstammen. Einige Regeln lassen sich nur auf das Nahschach anwenden.

Jeder Abschnitt wird mit einem in den Kontext passenden Zitat eingeführt, der Inhalt und die Bedeutung der jeweiligen Regel werden dann beschrieben. Dem schließen sich einige Beispiele aus Partien an, die Brettsituationen demonstrieren, in denen eine Regel eingehalten wurde und zum Erfolg führte oder aber missachtet mit gegenteiligen Konsequenzen. Die Brettbeispiele stammen überwiegend nicht aus der Gegenwart.

"The Rules of Winning Chess" setzt englische Sprachkenntnisse voraus, Schulenglisch dürfte im Großen und Ganzen reichen.


Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von der Firma Schach E. Niggemann (www.schachversand.de) zur Verfügung gestellt.
(Uwe Bekemann)


 

Genius in the Background

Genius in the Background

Tibor Károlyi & Nick Aplin
Genius in the Background
382 Seiten, kartoniert
ISBN: 978-1906552-37-4
24,99 Euro.




Genius in the Background
Es gibt einige Namen von Schachspielern, die so bekannt sind, dass sie selbst Menschen ein Begriff sind, die sonst mit Schach nichts am Hut haben. Bobby Fischer und Gary Kasparow sind hierfür die besten Beispiele. Dem gegenüber gibt es aber auch Schachgrößen, für die das genaue Gegenteil gilt. Sie sind weitgehend unbekannt geblieben, auch in Schachkreisen, obwohl sie entweder einen erheblichen Einfluss auf die Schachgeschichte hatten oder aber sie sich doch durch außerordentliche Fähigkeiten hervorgetan haben. Ihnen gilt die Aufwartung, die Tibor Károlyi und Nick Aplin mit dem Buch "Genius in the Background" in die Schachwelt geben.

Die beiden Autoren stellen in elf Kapiteln Größen vor, die beispielsweise als Trainer von Weltmeistern oder als ausgewiesene Kenner von Partiephasen aufgefallen sind, ohne selbst die größten Weihen empfangen zu haben. Mit Beispielen aus deren eigenem Schaffen, überwiegend ergänzt um interessante Interviews und auch mit Glanzlichtern ihrer Trainerschützlinge werden die außerhalb des grellen Lichts der (Schach-) Öffentlichkeit stehenden Genies porträtiert. Zu ihnen zählen Petko Atanasov (Jugendtrainer Topalovs), Yochanan Afek (Meister der Vielseitigkeit), Alexander Shakarow (Kasparows Jugendtrainer), aber auch der anerkannte deutsche Endspielspezialist Karsten Müller. Am Ende jedes Porträts kommen Wegbegleiter oder andere Menschen, die eine irgend geartete Verbindung zum Porträtierten haben oder hatten, kurz zu Wort. Es ist in der Regel interessant zu lesen, was sie über die Person zu sagen haben.
Am meisten aber dürften den Leser die im Buch abgebildeten Partien interessieren. Ausgewählt und in großer Zahl aufgenommen wurden natürlich die Glanzstücke im Schaffen der Porträtierten. Darunter befinden sich auch einige Fernschachpartien. Die Kommentierung ist sehr qualifiziert, teilweise gehen die Analysen sehr in die Tiefe. Liebhaber von exzellent kommentierten Partien kommen also voll auf ihre Kosten.
"Genius in the Background" ist, um ein Schlusswort zu fassen, ein Buch eigener Art. Es bietet Lesestoff, ein paar Lösungsaufgaben und viel qualifiziertes Partienmaterial. Wer sich für diesen Sektor des Schachbuchmarktes interessiert, erhält mit dem Kauf ein gutes Werk in die Hand.


Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von der Firma Schach E. Niggemann (www.schachversand.de) zur Verfügung gestellt.
(Uwe Bekemann)


 

The Ruy Lopez Revisited

The Ruy Lopez Revisited

Ivan Sokolov
The Ruy Lopez Revisited
271 Seiten, kartoniert
ISBN: 978-90-5691-297-0
23,95 Euro.




The Ruy Lopez Revisited
"The Ruy Lopez Revisited" von Ivan Sokolov versteht sich als Repertoirebuch für Schwarz, als Eröffnungsführer durch verschiedene Spezialvarianten der Spanischen Partie. Der Autor hat seine Auswahl so getroffen, dass die behandelten Systeme und Varianten zwar Abseits des Mainstreams liegen, er legt aber Wert darauf, dass diese als gesund zu bezeichnen sind. Auch wenn es sich um ein Repertoirebuch für Schwarz handelt, vergisst Sokolov natürlich nicht die gleichberechtigte Untersuchung der weißen Ressourcen.
Aus der Warte des Fernschachspielers betrachtet fällt auf, dass nicht alle in den Fokus genommenen schwarzen Möglichkeiten nach Einschätzung des Autors selbst zum Ausgleich führen. Die Hoffnung auf Erfolg beim Einsatz in der Turnierpartie stützt sich dann auch auf eine bessere Vorbereitung des Nachziehenden und ein gewisses Überraschungsmoment beim Gegner, was im Fernschach aber nicht die hohe Bedeutung wie beim Nahschach einnimmt. Die Möglichkeit zur intensiven Befassung ohne Zeitdruck und zur Nutzung der Literatur sowie der Datenbanken lässt hier den Vorteil der Überraschung gegen null tendieren.

Der Fernschachspieler wird am besten anhand der Darstellung der behandelten Varianten beurteilen können, inwieweit er für sein Spiel von "The Ruy Lopez Revisited" wird profitieren können. Den Leser erwarten folgende Inhalte:

  • Teil 1 - Jänisch-Gambit - 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 f5 in sechs Kapiteln
  • Teil 2 - Verzögertes Jänisch-Gambit - 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 f5
  • Teil 3 - Cozio-Variante - 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Se7
  • Teil 4 - Smyslov-Variante - 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 g6
  • Teil 5 - Bird-Verteidigung - 1e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sd4 in zwei Kapiteln
  • Teil 6 - Klassische Variante - 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Lc5 in acht Kapiteln.
An mehreren Stellen fällt sehr angenehm auf, dass Sokolov sein Werk mit einer ehrlichen Nüchternheit verfasst hat. Die behandelten Varianten werden nicht durch eine rosarote Brille beurteilt, gleiches gilt für eine jeweils abschließende und zusammenfassende Bewertung. Auch die zu findenden Hinweise darauf, dass es noch belastbarer Erfahrungen aus der Praxis bedarf, bevor ein genaues Urteil getroffen werden kann, belegen die ehrliche Herangehensweise. Solche Anmerkungen beziehen sich in der Regel auf eigene Analysen Sokolovs, somit Neuerungen, von denen das Werk einige enthält. Hierzu ein Beispiel: Übersetzt ins Deutsche schreibt Sokolov auf Seite 36 zu einem Zug (11.f4): "Ich habe diese Stellung eine Weile lang analysiert und möchte diese Analysen hier mit dem Leser teilen. Es sind aber praktische Tests und weitere Analysen unbedingt erforderlich."

"The Ruy Lopez Revisited" ist ein gutes Buch. Inwieweit der Kauf für den Spieler einen Mehrwert bringt, hängt natürlich davon ab, wie relevant für ihn dessen Spezialinhalte sind.


Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von der Firma Schach E. Niggemann (www.schachversand.de) zur Verfügung gestellt.
(Uwe Bekemann)


 

Königswege im Schach

Königswege im Schach

Hans-Joachim Hecht
Königswege im Schach, Der Endspiel-Ratgeber
164 Seiten, kartoniert
ISBN: 978-3-283-01013-3
16,80 Euro.




Königswege im Schach, Der Endspiel-Ratgeber
Unter einem Königsweg versteht man die Lösung eines Problems, die einfach und optimal zugleich ist. Im Zusammenhang mit dem Schachspiel liegt die Einladung zu einem charmanten Wortspiel auf der Hand. Und genau diese nimmt Hans-Joachim Hecht an, indem er sein neues Buch mit "Königswege im Schach" betitelt, ergänzt um "Der Endspiel-Ratgeber".
Das Werk soll nach dem Vorwort des Autors und einem Hinweis im Rückentext kein klassisches Lehrbuch sein. Es soll, und damit sind wir auch wieder beim Titel, den Blick auf den König richten, der im Endspiel zu besonderer Stärke und Kraft findet. Und ein wenig Sendungsbewusstsein scheint auch eine Rolle zu spielen, denn das Werk soll zudem "Begeisterung für das Endspiel wecken".
Ein letztes Mal möchte ich auf den Titel zurückgreifen: Hecht zeigt die Wege des Königs an etlichen Stellen in Diagrammen auf, indem er Ketten von Pfeilen einsetzt. So wird dem Leser von der anfänglichen Idee zur Königswanderung bis hin zu deren Ziel verdeutlicht, wie "der Königsweg" zum Erfolg in der Partie geführt hat oder hätte.

Ich sehe in diesem Werk einen echten Gewinn für jeden Schachspieler, auch wenn Hecht sein Zielpublikum weniger in den "versierten Meister- und Turnierspielern" als in "aufstrebenden Schachliebhabern" sieht, die zwar "über das elementare Endspielwissen verfügen, jedoch mehr über die farbige Welt des Endspiels erfahren möchten". Das Buch trägt klar zur Qualifizierung der Endspielfertigkeiten bei, besonders zum Einsatz des Königs, und ist dabei zugleich unterhaltsam. Der Begriff des Ratgebers, den der Untertitel einbringt, ist berechtigt, denn mit "Königswege im Schach" kann sich der vorinformierte Spieler in die Prinzipien, Anforderungen und Tücken der behandelten Endspielsituationen einfinden.

Die neben der Einleitung substanziellen Kapitel tragen die folgenden Überschriften:
- Abwicklung
- Bauernendspiele
- Geringe Bauernzahl
- Bauern auf einem Flügel
- Springerwege
- Läufer mit Doppelfunktion
- Aktiver König und Mattangriff
- Aktiver König und Freibauern
- Figurenzusammenspiel
- Raum und Festung
- Hinhaltende Verteidigung
- Pattverteidigung
- Ungewöhnliche Endspiele
- Ergänzende Studien.

Hecht geht zum Aufbau der einzelnen Kapitel sehr strukturiert vor. Einleitend klärt er Begriffe, soweit erforderlich, z.B. jenen der Abwicklung. Er beschreibt, bezogen auf den jeweiligen Kontext, die wesentlichen Aufgaben des Spielers, zeigt die Gewinnstrategie wie auch die Verteidigungsstrategie auf, gibt Erläuterungen und/oder zählt einzelne Schritte oder andere jeweils wichtige Aspekte auf. Hier entfaltet das Werk seine größten Stärken als Ratgeber. Im Anschluss geht Hecht in die praktischen Details "am Brett". Das verwendete, zum Teil sehr analytisch aufbereitete Material stammt überwiegend aus seiner eigenen langjährigen Praxis.

Über die Inhalte verteilte Übungsaufgaben, zu denen die Lösungen am Schluss des Buches zu finden sind, laden den Leser zum Mitwirken und "learning by doing" ein.

"Königswege im Schach" vermittelt den Eindruck einer ganz besonderen Souveränität des Verfassers. Dieser weiß ganz augenscheinlich immer sehr genau, was er will und wie er es will. Die Zusammenstellung der Inhalte geschah nach der Devise "kurz, knapp und präzise, aber ausreichend ausführlich und unterhaltsam".
Hans-Joachim Hecht gilt als großer Endspielkenner. Untrennbar mit seinem Namen verbunden sind die renommierten Endspieldatenbanken von Chessbase. Seine Auszeichnung nimmt auch in diesem Werk Gestalt an.

Wie von Büchern der Edition Olms gewohnt, ist auch "alles Technische" von Qualität. Anständiges Papier, stabiler Karton, sauberer Druck etc. - alles passt.

"Königswege im Schach" ist in meinen Augen Award-verdächtig, ich kann den Kauf des Werkes mit allerbestem Gewissen empfehlen.


Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von der Firma Schach E. Niggemann (www.schachversand.de) zur Verfügung gestellt.
(Uwe Bekemann)


 

Schachkalender 2010

Schachkalender 2010

Edition Marco / Verlag Arno Nickel, Berlin 2009
Schachkalender 2010
288 Seiten, gebunden, 27. Jahrgang
ISBN: 978-3-924833-59-6
14 Euro.




Schachkalender 2010
"Jeden Tag ein bisschen Schach" - hierzu verhilft einmal mehr der "Schachkalender", diesmal, wen sollte es verwundern, mit seiner Ausgabe 2010. Die Edition Marco mit Fernschach-Großmeister Arno Nickel in der Schaltzentrale sorgt wieder dafür, dass die Schachanhänger einen Taschenkalender zur Hand bekommen, der im wahrsten Sinn ein solcher ist, passt er doch in (fast) jede Tasche. Für die Hosentasche ist er vielleicht etwas arg dick, er würde auftragen und nicht gerade zum besten Sitz des Beinkleids beitragen. Im Jacket aber, in der Handtasche, in der Aktenmappe findet er bequem Platz.

Der Schachkalender erfüllt alle herkömmlichen Funktionen eines Kalenders, er enthält also alle üblichen Informationen von kalendarischen Daten über Ferientermine bis hin zum Register für eigene Adresseinträge etc.
Jede Tageszeile enthält genügend Raum, um eigene Termine einzutragen oder auch den Hinweis aufzunehmen, dass man einen bestimmten Geburtstag oder vielleicht sogar den eigenen Hochzeitstag nicht übersehen sollte.

Über die schlichten Kalenderinhalte hinaus finden sich im Schachkalender zahlreiche Geburtsdaten von Schachgrößen, immer zum jeweiligen Tag vorgetragen. Namen aus dem Fernschach allerdings enthält das Werk so gut wie nicht, was ich als schade empfinde. Zu manchen Namen gibt es ein kleines Bildchen, eine zusätzliche kleine Geschichte und mehr. Einige breitere redaktionelle Beiträge unterbrechen den kalendarischen Ablauf über das Büchlein hinweg. Diese sind mal informativ, mal unterhaltsam, oft beides.
Es wäre überzogen, in dieser Besprechung alle Inhalte zu erwähnen. Nicht vergessen werden dürfen aber die Bestenlisten aus Schach und Fernschach, die Spieltermine der Bundesligen sowie die vielen "offizielle" Adressen.

Der Schachkalender 2010 ist der gewohnt hübsche rote Faden, der zumindest ein bisschen Schach in jeden Tag des Jahres bringt. Wenn ein Kalender, dann dieser!


Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise vom Verlag Arno Nickel (www.edition-marco.de) zur Verfügung gestellt.
(Uwe Bekemann)


 

the classical King´s Indian uncovered

the classical King´s Indian uncovered

Krysztof Panczyk & Jacek Ilczuk
the classical King´s Indian uncovered
384 Seiten, kartoniert, 1. Auflage 2009
ISBN: 978-1-85744-517-6
17,95 Euro.




the classical King´s Indian uncovered
"the classical King´s Indian uncovered" vom Autorenduo Krysztof Panczyk und Jacek Ilczuk setzt sich mit der Klassischen Varianter der Königsindischen Verteidigung auseinander. Diese folgt den Eingangszügen 1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Sf3 0-0.

Ich habe mir den Nutzen des Werkes durch die Brille des Fernschachspielers angesehen und bin sehr von ihm angetan. Es stellt den Stand der Theorie sehr ausführlich dar, auch die wichtigsten Nebenwege findet der interessierte Leser mit dem erforderlichen Tiefgang behandelt. In den Erläuterungen wird auf die wichtigsten Aspekte der einen oder anderen Möglichkeit hingewiesen. Das Material ist aktuell, es wurden die zu erwartenden namhaften Quellen genutzt (Druckwerk und elektronische Medien).
Insgesamt kommt das Werk auf fast 400 Seiten. Auch hieran wird deutlich, wie intensiv auf das Variantenwerk eingegangen wird, denn man muss sich vor Augen halten, dass der Klassische Königsinder eben nur einen Teil des gesamten Königsindischen Systems ausmacht.
Hervorzuheben ist, dass die Möglichkeiten beider Seiten in gleicher Weise nüchtern behandelt werden.

Die Darstellung der Theorie ist in die folgenden Kapitel untergliedert:

1. Lines without 6...e5
2. Exchange Variation: 7.dxe5
3. Gligoric System: 7.Le3
4. Petrosian System: 7.d5
5. 7.0-0: Introduction
6. 7...Sa6
7. 7...Sbd7
8. 7...Sc6 - Introduction
9. 7...Sc6 8.d5 Se7 9.Se1
10. 7...Sc6 8.d5 Se7 9.Sd2
11. Bayonet Attack: 9.b4 without 9...Sh5
12. Bayonet Attack: 9.b4 with 9...Sh5.

Zur Vorbereitung dieser Rezension habe ich das Buch im praktischen Fernschacheinsatz erprobt. Dies heißt, dass ich in einem Turnier im Klassensystem des Deutschen Fernschachbundes e. V. (BdF) gleich mehrere Partien mit dem sonst von mir selten gespielten Königsinder eröffnet habe. Meine Erfahrung ist nur als gut zu bezeichnen, ich konnte mich mit Buchbegleitung sicher durch den ersten Partieabschnitt begeben. Ein Variantenindex am Ende des Werkes erleichtert die Navigation durch die verschiedenen Inhalte hinweg.

"the classical King´s Indian uncovered" von Krysztof Panczyk und Jacek Ilczuk ist eine sehr gelungene Zusammenfassung der Klassischen Königsindischen Verteidigung.

Das in englischer Sprache verfasste Werk ist mit schulenglischen Sprachkenntnissen problemlos aufzunehmen.

Ich kann das Werk für den Einsatz in der Fernschachpraxis mit gutem Gewissen bestens empfehlen.


Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von der Firma Schach E. Niggemann (www.schachversand.de) zur Verfügung gestellt.
(Uwe Bekemann)