Im Forum des BdF ergab sich mehrfach eine Diskussion um den Mitgliedsbeitrag für den BdF, um Nenngelder, um die vom BdF zu deckenden Kosten sowie um Wartezeiten bis zu einer Turniereinteilung, auch im Vergleich zu "inoffiziellen" Anbietern von E-Mailturnieren. Die folgenden Hintergrundinformationen sollen einerseits die sachorientierte Diskussion unterstützen und andererseits wichtige Hintergrundinformationen bieten.
Zuvor sollen frühere Veröffentlichungen zum Thema zusätzliche Informationen bieten:
Jahrbuch 2002
Fernschach International 8/2003 (a)
Fernschach International 8/2003 (b)
Die Diskussionen um Beiträge und Kosten sollten allerdings
berücksichtigen, in welcher Höhe ein Mitgliedsbeitrag
überhaupt erhoben wird, um den relativierenden Aspekt der
tatsächlichen Beitragshöhe nicht aus den Augen zu verlieren.
Der Mitgliedsbeitrag für den BdF beträgt, soweit nicht sogar
eine Ermäßigung ausgesprochen werden kann, 20 Euro im Jahr.
Wenn man
Die Behauptung, der BdF-Jahresbeitrag sei zu hoch, wird zumeist voreilig und in Unkenntnis der Tatsachen ausgesprochen, welche vielfältigen Aufgaben der BdF mit seinen Beiträgen finanzieren muss.
Frage: Wofür wird beim BdF das Geld ausgegeben?
Antwort: Die folgenden Positionen sind bedeutende Kostenfaktoren. Zusätzliche Informationen und Erläuterungen erhalten Sie durch einen Klick auf den jeweiligen Eintrag.
Der BdF betreibt einen eigenen Fernschachserver. Für diese moderne Art des Zugaustausches und der Kommunikation fallen Ausgaben in erheblicher Höhe an.
Der BdF organisiert u.a. die traditionellen Turniere mit Zugübermittlung per Postkarte. Hier muss die gesamte Korrespondenz und Turnierabwicklung per Post erfolgen. Jährlich hohe Portokosten sind hier normal. Das gilt vor allem auch für den Versand der Beitragsrechnungen.
Der BdF ist Mitglied des Weltfernschachbundes und hat so Beitragsanteile an den Weltfernschachbund abzuführen.
Die Turnierleiter benötigen eine ausreichende technische Ausstattung, die beschafft und in einem einwandfreien Zusatnd gehalten werden muss (z.B. PC, Software, Modem, Fax , Kopierer ).
Delegierte des BdF und die in den Kommission der ICCF arbeitenden deutschen Mitglieder müssen zu den mehrtägigen Kongressen und Ausschussitzungen anreisen. Diese unverzichtbare Wahrnehmung dieser Aufgabe dient der Vertretung der berechtigten Interessen deutscher Spieler auf dem internationalen Parkett des Fernschachs. Es geht hier schließlich um die Besetzung und Organisation von Turnieren und Meisterschaften auch mit deutschen Titelkandidaten, um die Schaffung neuer weltweit geltender Regeln. Diese Kosten trägt der BdF.
Da der BdF ein Bundesverband ist und die Vorstandsmitglieder zu den
Präsenzsitzungen des Vorstandes anreisen
müssen und gelegentlich Übernachtungen unausweichlich sind,
entstehen Kosten.
Weiterhin erhält jedes Vorstandsmitglied eine monatliche pauschale Kostenerstattung von 100 Euro für alle Aufwandsarten, die eindeutig gegeben sind und nicht gemessen oder sonstwie nachgehalten werden können (Stromkosten, Fahrtkosten, Bagatellbeschaffungen, bisweilen Heizkosten etc.).
Weiterhin als immenser Kostenfaktor sind die vielfältigen Drucksachen für Teilnehmerlisten, Turnierausschreibungen, Briefumschläge, Rechnungen, Beilagen usw., besonders aber auch für das Jahresrundschreiben an die Mitglieder im Zusammenhang mit der Beitragsrechnung sowie Wahlunterlagen zu erwähnen.
Kosten für das Fernschachtreffen. Dazu gehören in Stichpunkten die Kosten der Vorbereitung vor Ort, der Unterkunft von Organisatoren, Saalmieten inc. Nebenkosten, Kosten für musikalische Darbietungen, Turnierleitersitzung, Transportkosten für Spielmaterial, Programmhefte, Mieten Kegelbahn u. Minigolfplatz, Preisgelder und Sachpreise.
Letztlich müssen die über das Jahr hinweg anfallenden Kosten für Siegerehrungen, Preise, Pokale und die Olympiamannschaft erwähnt werden.
Frage: Warum werden Nenngelder für Turniere erhoben?
Antwort: Die Nenngelder erfüllen einerseits die Funktion, die in Zusammenhang mit der Durchführung der Turniere anfallenden Kosten zu decken, haben andererseits aber auch einen ordnenden Nebeneffekt.
Frage: Was bietet der BdF, was die "inoffiziellen" Anbieter von E-Mailturnieren sowie die privataten Serverbetreiber nicht bieten?
Antwort:
Immer wieder wird versucht, den BdF mit den
"inoffiziellen" Anbietern von E-Mailturnieren und mit privaten Serverbetreibern zu
vergleichen. Ein solcher Versuch muss schon daran scheitern, dass
der BdF als einzig autorisierter Fernschachverband in Deutschland
nicht nur E-Mailturniere (und natürlich auch Serverturniere),
sondern in erheblichem Umfang Turniere mit postalischer
Zugübermittlung und Telefaxturniere anbietet. Somit ist die Aufgabenstellung im BdF eine völlig andere
als bei den anderen "inoffiziellen" E-Mailanbietern und
nicht mit diesen vergleichbar.
Zum Vergleich: Wer nur E-Mailturniere vermittelt und veranstaltet,
braucht dazu einen Schreibtisch, ein Telefon und einen PC,
fertig.
Daher sieht sich der BdF auch nicht als Konkurrent zu solchen
Anbietern. Im Gegenteil können diese die erste Bekanntschaft mit
dem Fernschach vermitteln. Wenn dann aber die Wünsche nach
internationalen Titeln und Ratingzahlen wach werden, finden viele
Fernschachneulinge den Weg zum offiziellen Fernschachbund, dem
BdF.
Leider berichten aber auch Fernschachinteressenten von negativen
Erfahrungen im Spiel bei "inoffiziellen" Anbietern,
weil Mitspieler Turniere nach dem Motto schmeißen
"Teilnahme kostet ja nichts, also neues Turnier
beginnen". Etliche Spieler verlieren dadurch leider wieder
das Interesse am Fernschach, sogar am Fernschach generell. Der
BdF verurteilt solche stillschweigenden Rücktritte und begegnet
diesen mit Sanktionen, angefangen beim Reugeld bis hin zur
Turniersperre. So garantiert der BdF in hohem Maße die Freude am
Fernschach.
Aber auch die beiden Revisionsinstanzen, die der BdF bei
Turnierstreitfällen unterhält, sind Garanten für einen
korrekten Turnierablauf, um dem Spieler zu seinem Recht zu
verhelfen.
Auch dürfen in dem Zusammenhang die jährlichen
Fernschachtreffen nicht unerwähnt bleiben, die dem
Fernschachspieler die Möglichkeit bieten, unter Gleichgesinnten
Erfahrungen auszutauschen und freundschaftliche Kontakte zu
pflegen.
Frage: Warum kommt in manchen Fällen zu Wartezeiten nach einer Turniermeldung bis zur Turniereinteilung?
Antwort:
Die kritischen Anmerkungen zu den langen Wartezeiten beim BdF sind
eigentlich nur für einige wenige Turnierformen berechtigt.
Leider wird dieses verallgemeinert. Längere Wartezeiten
entstehen bei den Nicht-Serverturnieren, und hier auch nur
bei den internationalen Turnieren. Die Gründe sind bekannt; sie beruhen
darauf, dass aus anderen Staaten nicht genügend Meldungen
eingehen, um Gruppen ohne dominierende deutsche Beteiligung
zusammen stellen zu können. In den internationalen
Turnieren können Wartezeiten durch eine unerwartet gehäufte
Zahl von Meldungen gerade für diese Turnierform entstehen.
Da in jede Gruppe 4 - 5 deutsche Spieler
eingeteilt werden, und monatlich etwa 2 Gruppen starten, sind
Wartezeiten unausweichlich. Die rechtzeitige Meldung vor dem
geplanten Turnierstart ist daher die Lösung.
In nationalen BdF-Turnieren sind Wartezeiten nur in Einzelfällen
denkbar, wenn gerade für eine Turnierart über einige Zeit keine
oder nur spärlich Meldungen eingehen.