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Presseschau - BdF-Mitglieder im Presseportrait

 

 

Dr. Jürgen Florian, Eschborn

Der Artikel stammt aus dem Newsletter 3/2010 der Firma Comsol Unternehmenslösungen AG. Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Andreas Paersch, Leiter Marketing/ New Media des Unternehmens, für die freundliche Genehmigung zur Aufnahme des Artikels in die BdF-Presseschau!
http://www.comsol.ag

Newsletter Nr. 3 / 2010

Comsol-Team privat: Weißer Springer von b1 nach c3!

Schach, das königliche Spiel, bei dem sich die Spieler gegenübersitzen. Kunstvoll handgeschnitzte Figuren. Angespannte Ruhe, die zuweilen die Zaungäste unruhig werden lässt. Dr. Jürgen Florian, Berater der Comsol, hat da als Nationaler Fernschachmeister (Bronze) ganz andere Sorgen: Haben Sie eine Internetverbindung für mich?

Zum Fernschach kam Dr. Jürgen Florian mehr durch Zufall. Im Studium spielte er im Verein, gewann auf Anhieb die Nachwuchsmeisterschaft und punktete in der Bielefelder Stadtmeisterschaft sowie in Meisterschaftsspielen bis zur Nordrhein-Westfalen-Liga. "Um meine Eröffnungen zu erproben und weitergehend zu experimentieren, habe ich angefangen, Fernschach zu spielen", beschreibt Jürgen Florian die Anfänge. Und Fernschach war "damals" schon eine langwierige Angelegenheit, die mit Postkarten ausgetragen wurde und eine Partie über mehrere Jahre in die Länge ziehen konnte.

Das Fernschach wurde für Jürgen Florian aus zeitlichen und beruflichen Gründen schnell vom reinen "Übungsfeld" zum "zentralen Schachbrett". So brauchte das Schachbrett keinen Platz mehr in der Reisetasche, die Reaktionszeit zur Beantwortung eines Spielzuges war wesentlich größer und eine persönliche Anwesenheit zu einer bestimmten Zeit "vor Ort" war nicht mehr erforderlich. Und der Laptop mit den gespeicherten Zügen "fast immer" dabei - schließlich ist Jürgen Florian als Berater der Comsol und Entwickler für Comsol Reisekosten oft unterwegs.

"Im Fernschach konnte ich zwei Turniere in der Meisterklasse gewinnen und erreichte so die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft", so Jürgen Florian. Der Erfolg blieb nicht lange verborgen, denn der Spielleiter des Landes Hessens nominierte ihn für die hessische Auswahl, die dann in einem Turnier gegen alle anderen Bundesländer nach Berlin den zweiten Platz gewann. "Von meinen 10 Partien konnte ich gegen gute Gegner 4 Partien gewinnen und 6 Remis halten", beschreibt Jürgen Florian das Ergebnis. So begann dann Anfang 2009 die Vorrunde zur deutschen Meisterschaft mit 13 Teilnehmern. In der Hoffnung auf einen Platz im vorderen Mittelfeld, gewann Florian von den 12 Partien 9 und erreichte so mit 10,5 Punkten das bislang beste Ergebnis aller Vorrunden und damit die Qualifikation zur Endrunde der Deutschen Meisterschaft. Aktuell trägt Jürgen Florian den Titel "Nationaler Fernschachmeister - Bronze" und war vorher "Nationaler Fernschach-Meisterkandidat".

Und was hat es mit dem Eröffnungszug "Weißer Springer von b1 nach c3" auf sich? Jürgen Florian grinst ein wenig: "Dieser Zug, auch Linksspringer genannt, gilt als eine unorthodoxe Eröffnung. Er wird häufig unterschätzt, da er eine defensive Strategie des Spielers ausdrückt. Aber gerade hier liegen die Stärken, da man mit kreativen Folgezügen den Gegenspieler überraschen kann." Und davon gibt es einige - denn bereits nach zwei Zügen können 72.084 (Quelle: Wikipedia) verschiedene Stellungen entstehen!


Autor und Fotos: Andreas Paersch


Blick in die Punktetabelle:

Blick in die Punktetabelle
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Was ist Fernschach:
Im Gegensatz zum Nahschach sitzt man seinem Gegner nicht persönlich gegenüber, sondern tauscht die Züge über ein Medium aus. In der Vergangenheit wurde normalerweise über Postkarten gespielt. Dies kann bei langen Partien durchaus zum Kostenfaktor werden. Findige Spieler haben deshalb sich gegenseitig kleine Geldmengen transferiert und den Zug als Belegtext angegeben.

Als nächste technologische Stufe kam dann der Zugtausch per Fax auf, gefolgt von der E-Mail. Heute wird die Mehrzahl der Partien auf einem Schachserver gespielt. Man loggt sich ein, um die gegnerischen Züge abzurufen und die eigenen Züge einzugeben. Dies hat zur Folge, dass die Bedenkzeit automatisch verwaltet wird und keine ungültigen Züge möglich sind.

In der Regel hat man pro Zug eine Bedenkzeit von 40 Tagen für 10 Züge. Nach jeweils 10 Zügen wird geprüft, ob die Bedenkzeit überschritten ist. Ist dies der Fall, ist die Partie sofort verloren. Für die Analyse der Partien sind alle Hilfsmittel inklusive Beratung oder Schachcomputer erlaubt. Bei der Stärke der heutigen Schachcomputer gibt es keine schwachen Spieler mehr. Es gilt also, ein wenig kreativer zu spielen und die Schwächen der Schachcomputer auszunutzen. Hierzu gehört eine geschickte Eröffnungswahl, eine kritische Analyse und viel Geduld und Zeit. Letzteres ist bei mir aber nicht immer vorhanden.

Weitere Informationen:
BDF-Deutscher Fernschachbund, der in Deutschland als nationale Organisation die Fernschachturniere organisiert: www.bdf-fernschachbund.de