1.d4
Eine Premiere.Mit diesem Zug habe ich zuletzt vor 20 Jahren eine Partie eröffnet.Da
ich dieses Turnier "nur" als Gastspieler für den SV Friesen-Lichtenberg spielte,fühlte ich mich zu einer soliden Spielanlage verpflichtet und der Zug 1.d4 genießt den Ruf besonderer Nachhaltigkeit.
1...Sf6
2.c4
e6
3.Sf3
c5
Die Idee des Nachziehenden besteht in einem Druckspiel auf den schwarzen Feldern verbunden mit einem heftigen Ggenspiel am Damenflügel. Die typischen schwarzen Hebel gegen das weiße Zentrum sind b5 und f5. Was mich gegen diese Eröffnung skepzisch macht ist die Tatsache ,dass sie in der absoluten Weltspitze sehr selten gespielt wird. Der Hauptnachteil für Schwarz besteht darin, dass eine harmonische Entwicklung des Damenflügels oft sehr schwer ist.
4.d5
exd5
5.cxd5
d6
6.Sc3
g6
7.Lf4
Eine ausgesprochen nachhaltige Fortsetzung. Weiß plant das Manöver Sd2-Sc4 mit Spiel gegen d6. Im Gegensatz zu dem System mit Lg5 hat Schwarz hier nicht die Möglichkeit, durch Angriff auf den Līzu Gegenspiel zu kommen.
7...a6
Dass dieser Zug an dieser Stelle gespielt werden muss, ist an für sich erfreulich. Das Manöver Sa6 gefolgt von Sc7, Tb8 und Ld7, das den Vorstoß b5 vorbereitet, ist damit vom Tisch. Mit dem Textzug statt 7...Lg7 weicht Schwarz folgender Variante aus: [ 7...Lg7
8.Da4+
Ld7
9.Db3
Dc7
10.e4
0-0
11.Sd2
Sh5
12.Le3
f5
13.exf5
gxf5
14.Le2
Le8
( 14...f4
15.Lxc5
f3
16.Lxf3
Dxc5
17.Sde4
Lxc3+
18.bxc3
Te8
19.0-0
Dc7
20.Tfe1
Txe4
21.Txe4
Sg7
22.Tc4
Db6
23.Tb4
Dd8
24.Txb7
Sa6
25.Da3
Sc5
26.Txa7
Tb8
27.Da5
Df8+-
) 15.Sf3
f4
16.Ld2
De7
17.0-0
Lxc3
18.Lxc3
Dxe2
19.Dxb7
Da6
20.Dxa8
Ld7
21.Tfe1
Sc6
und hier hatte ich ein durchschlagendes Damenopfer vorbereitet. 22.dxc6!
Txa8
( 22...Lxc6
23.Dxf8+
Kxf8
24.Sg5
Ld5
25.Tad1
Dc4
26.f3
h6
27.Se4
Lxe4
28.Txe4
Dxa2
29.Txd6+-
und die aktiven Türme sind der Dame überlegen.) 23.cxd7
und Schwarz ist gegen das Manöver Te7 gefolgt von Tae1 und Te8+ vollkommen hilflos.]
8.a4
Hier bestand die Möglichkeit, der brilliant geführten Fernpartie Kuuskma-Salceanu, XVI. EU-FSMM, 1979, zu folgen: [ 8.e4
b5
9.De2
Ta7
10.e5
Te7
11.Le3
Sg4
12.Se4
dxe5
13.d6
Td7
14.Lg5
f6
15.Sxf6+
Sxf6
16.Sxe5
Da5+
17.Ld2
Da4
18.Sc4+
Te7
19.dxe7
1-0, doch mit 9...Le7 oder 9...Sh5 stehen dem Schwarzen aussichtsreiche Gegenmittel zur Verfügung, so dass ich von dieser verpflichtenden Fortsetzung absah.]
8...Lg7
[ 8...De7
9.h3
Sbd7
10.e3
Lg7
11.Le2
0-0
12.0-0
Tb8
( 12...b6
13.Te1
Tb8
14.Lf1
Sh5
15.Lg5
f6
16.Lh4
g5
17.Sd2
gxh4
18.Dxh5
f5
19.f4
Sf6
20.Df3
Te8
21.Ld3
1/2-1/2 Vegh,E - Wahls,M, Budapest 1988) 13.Te1
Se8
14.e4
Se5
15.Sxe5
Lxe5
16.Lxe5
Dxe5
17.Dd2
Sf6
18.Lf1=
]
9.e4
[ Schwächer sind 9.e3
; 9.h3
]
9...0-0
[ Gut spielbar war 9...Lg4
10.Le2
0-0
11.0-0
Lxf3
12.Lxf3
De7
13.Te1
Sbd7
14.a5
Tab8
15.Sa4
Se8
16.Tb1
Sc7
17.b4
cxb4
18.Txb4
Sb5
19.Dd2
Tfc8
20.Lg4
Tc7
21.Lxd7
Dxd7
22.Sb6
De8
23.Txb5
Lc3
24.Dc2
Dxb5
25.Lxd6
Lxe1
26.Lxc7
Tf8
27.d6
f5?
( 27...Lxa5
28.Sd5
Kg7=
) 28.e5?
( 28.Da2+
Tf7
29.d7+-
) 28...Lxa5
29.Da2+
Kg7
30.Sd5
Lxc7
31.dxc7
Dc5
32.g3
Tc8
33.e6
Dc1+
34.Kg2
Dc6
35.Db2+
Kh6
36.Dd2+
Kg7
37.Dd4+
Kg8?
( 37...Kh6=
) 38.De5!
Txc7
39.Kh3
Tg7
40.Db8+
1-0, Browne,W - Cebalo,M, Taxco 1985]
10.Sd2
Sh5
11.Le3
Sd7
12.Le2
Se5
13.0-0
[ Zu direkt wäre 13.f4
Sd7
14.0-0
Shf6
15.Sc4
Sb6
16.Sxb6
Dxb6
17.e5
Sd7
18.a5
Dxb2
19.Dd3
b5=
]
13...Sf6
Die Alternative ist [ 13...Dh4
14.f4
Sg4
15.Lxg4
Lxg4
16.De1
Zu weißem Vorteil führt 16...Dxe1?!
( >=16...De7
17.Df2
Tfe8
18.Tae1
b5
19.axb5
axb5
20.Sxb5
Teb8
( 20...Tab8
21.Sa3
Lc8
22.e5
dxe5
23.fxe5
Dd7
24.Sdc4
La6
25.Lxc5
Lxc4
26.Sxc4
Dxd5
27.Sb6
De6
28.Ld6
Tb7
29.Sa4
Dc4
30.Sc5
Ta7
31.Te4
Dd5
32.g4
Lxe5
33.Lxe5
Txe5
34.Txe5
Dxe5
35.Sd3
De7
36.gxh5
Td7
37.Sf4
Db4
38.h6
Td2
39.De3
1-0) 21.Sa3
Sf6
22.Sac4
Sxe4
23.Lxc5
Sxf2
24.Txe7
dxc5
25.Kxf2
Lxb2
26.Kg3
Lf6
27.Tc7
Le2
28.Tf2
Te8
29.d6
Tad8
30.d7
Te6
31.Tc8
Lxc4
32.Sxc4
Kf8
33.Txd8+
Lxd8
34.Kf3
Ke7
35.Td2=
) 17.Taxe1
Tfe8
18.h3
( 18.Sc4+/=
) 18...Ld7
( 18...Sg3
19.hxg4
Sxf1
20.Kxf1
h6
21.a5
Tad8+-
) 19.Sc4
Lf8
20.e5
b5
21.Sb6
Tad8
22.g4
Sg3
23.Tf3
b4
24.Sd1
Se4
25.Sf2
Sxf2
26.Lxf2
h5
27.gxh5
gxh5
28.b3
Lf5
29.Lh4
Le7
30.Lxe7
Txe7
31.Kf2
Lc2
32.Tg1+
Kf8
33.Tfg3
Lh7
34.Sc4
dxe5
35.d6
Te6
36.fxe5+-
]
14.Lg5N
[ 14.h3
Te8
15.Te1
Tb8
16.Tb1
Dc7
17.Dc2
h6
18.f4
Sed7
19.Ld3
Sh5
20.Dd1
Sb6+/=
Der Textzug provoziert vordergründig eine Schwächung des Königsflügels. Sein Hauptzweck ist aber, den Läufer früher oder später wieder auf die thematische Diagonale h2-b8 überführen zu können, ohne dass z.B. nach Einschaltung von h3 eine erneute Belästigung durch den Sh5 möglich sein wird.]
14...h6
15.Lh4
Te8
[ 15...g5?!
Schwächt f5 16.Lg3
De7
( 16...Te8
17.Dc2
Tb8
18.a5
Sfd7
19.Sd1
Sf8
20.Se3+/-
) 17.Dc2
Sfd7
18.Sd1
Sg6
19.Lg4
Ld4
20.Sc4
Sge5
21.Sde3
Df6
22.Lxd7
Lxd7
23.Sb6
Tad8
24.Sxd7
Txd7
25.Sf5
Und die weiße Position ist deutlich besser.
Zur Vorbereitung des thematischen Vorstoßes e5 stehen nun folgende Züge zur Auswahl: f4, Tae1, Lg3 und a5 ]
16.Dc2
Der Textzug vollendet die weiße Entwicklung. Schwarz muss noch das Hauptproblem der Benoni-Verteidigung lösen, die Entwicklung seines Damenflügels. Die Benoni-typischen
Vorstöße f5 oder b5 liegen in weiter Ferne. [ 16.f4
Sed7
17.Sc4
Sb6
18.Se3
Dc7
19.a5
Sbd7
20.Dc2
b5
21.axb6
Sxb6
22.Lxf6
Lxf6
23.e5
dxe5
24.Se4
Lg7
25.d6
Dd8
26.f5
war eine Alternative, die wohl ebenfalls einen leichten weißen Vorteil verspricht, aber sehr verpflichtend ist, da Schwarz das Läuferpaar erhält.]
16...Dc7
Kraft der Suggestion? Der 16. Zug von Weiß legt diesen Zug nahe, doch bin ich mir nicht sicher, ob die Schwarze Dame nicht besser auf e7 stünde. Die schwarze Stellung ist sehr schwierig, da es keine Ansatzpunkte für ein Gegenspiel gibt. [ 16...Lg4
17.f3
Lc8
18.f4
Sed7
verliert ein Tempo, behält aber die Option, die Dame auf den Königsflügel zu überführen.]
17.f4
Sed7
18.Kh1
Ein wichtiger Teil der weißen Angriffsvorbereitungen. Vor Öffnung des Spiels wird der König aus dem Bereich des Lg7 gebracht, um jedwedes Gegenspiel zu unterbinden.
18...Sh7
Einer der wenigen Züge, die keinen Schaden anrichten. Schwarz überdeckt das Feld e5 mit dem Läufer und plant, den Springer zu einem späteren Zeitpunkt gegebenfalls über f8 nach d7 zu überführen.
19.Lg3
Tb8
[ 19...Dd8
sieht zwar paradox aus, war aber vielleicht stärker]
20.Tae1
[ 20.a5?!
b5
21.axb6
Sxb6
Gibt Schwarz zu viele Gegenchancen.]
20...Shf8
Die angesprochene Überführung des Springers nach d7 beginnt. Auch dieser Zug hat noch keine direkt schädigende Wirkung auf die schwarze Stellung. Scheinbar steht dieser Springer sogar bereit, um als Reserve in den Kampf um das Feld e5 einzugreifen, allein - er kommt zu spät.
21.e5!
Endlich ist der thematische Voestoß möglich. Zwar ist das Feld e5 im Moment nur 2x angegriffen und 4x verteidigt, aber die Gegenüberstellung von Läufer und Dame sowie der ungedeckte schwarze Turm in der e-Linie schaffen die taktische Grundlage für den spielentscheidenden Vorstoß.
21...dxe5
[ 21...f5
22.Lc4
Kh7
23.Lb5
dxe5
( 23...axb5
24.Sxb5
Dd8
25.Sxd6
b5
26.Lh4
Dxh4
27.Sxe8
bxa4
28.Sxg7
Kxg7
29.e6
La6
30.Tg1+-
) 24.fxe5
axb5
25.e6
Dd8
26.exd7
Txe1
27.Txe1
Lxd7
28.Lxb8
Dxb8
29.Sxb5
Lxb5
30.axb5
Sd7+/-
]
22.Sc4
f5
[ 22...exf4
23.Lxf4
Se5
24.Lxe5
Lxe5
25.Ld3
f5
26.d6
Dg7
27.Sd5
Te6
28.Sxe5
Txe5
29.Dxc5
Txe1
30.Txe1
Le6
31.Se7+
Kh8
32.Dc7+/-
; 22...Dd8
23.Se4
exf4
24.Lxf4
Ta8
25.Sed6
Te7
26.Dd2
Sb6
27.Da5
Sbd7
28.Lg3
f5
29.Lh4
g5
30.Sxf5+-
]
23.fxe5
Sxe5
[ 23...Lxe5
24.Lh5!
Lxg3
25.Txe8
Sf6
26.Txf8+
Kxf8
27.Lxg6
Kg7
28.Lxf5
b5
29.Lxc8
Dxc8
30.Txf6!
Kxf6
31.Se4+
Ke7
32.Sa5
Kf7
33.hxg3+-
]
24.Ld3
Sfd7
25.Te2
Die eigentliche Pointe. Weiß erobert das Feld e5.
25...b5
26.axb5
axb5
27.Sxb5
Dd8
28.Sbd6
1-0